Donnerstag, 14. Juli 2016

It's raining man

Endlich mal ein Bett. Und dann schläft man trotzdem grad mal 4h darin. Trotz unseres Vorhabens früh ins Bett zu gehen, war es dann plötzlich 1 und um 5 klingelte schon wieder der Wecker. In knapp einer halben Stunde packten wir unser Zeug zusammen und machten uns - durch den Regen - auf den Weg zum Busbahnhof. Leider haben wir die Strecke wohl unterschätzt und es endete damit, dass wir zum Bus, der uns zur Fähre brachte, rennen mussten. Kein guter Start in den Tag! 

Nach einer kurzen Busfahrt erreichten wir die Fähre und suchten uns gleich einen gemütlichen Platz an Bord. Leider achteten wir nicht darauf, dass dieser Platz genau vor dem Bällebad war....
Unser Versuch zu schlafen wurde also des öfteren von kreischenden Kinderstimmen unterbrochen, die sogar Ohrenstöpsel durchdrangen. Im Tax-free-shop fanden wir dann aber noch im Vergleich billige Schokolade und gönnten uns zwei grosse Tafeln.






Nach gut 6h Fahrt erreichten wir Bergen, die Stadt, wo es am meisten in ganz Europa regnet. Und wie sollte es anders sein, regnete es auch als wir ankamen. Unser erstes Ziel war wie so oft der Bahnhof, um im Internet Informationen zu suchen und sich bei einem Cappuccino aufzuwärmen. Auf dem Weg dorthin wurde Kathi allerdings von einem vorbeifahrenden Auto, das durch eine Pfütze fuhr von oben bis unten durchnässt. Kaaalltttt!




Uns war bald klar, dass es keinen Sinn hat, länger in Norwegen zu bleiben, wenn es nur regnet. Alles was wir noch machen wollten, befand sich in der Natur und oft lange Fußmärsche entfernt. Also suchten wir uns einen Bus in den Osten. Der billigste war der nach Oslo. Da es ein Nachtbus war, mussten wir uns um einen Schlafplatz weniger Sorgen machen. Wir nutzen die restliche Zeit, um im Regen die Stadt anzuschauen, die wirklich schön ist und stiegen dann schon sehr müde in den Bus ein. Wir hätten sofort einschlafen können, allerdings stellte sich die Route des Busses als sehr spektakulär aus. Es ging durch mehrere Fjorde vorbei an riesigen Wasserfällen. Wirklich eine Hammer-Aussicht! Und so konnten wir viel im Trockenen bestaunen. Nach einmal umsteigen waren wir dann im letzten Bus nach Oslo, wo wir dann auch beide versuchten zu schlafen. Das hat nur so mehr oder weniger geklappt....Aber wenigstens waren wir im Trockenen und Warmen. 

In Oslo wollten wir eigtl. nur schnell frühstücken, als uns auffiel, dass wir die Gitalele im Bus vergessen haben. Panik! Wir schrieben schnell an die Bus-Firma und schauten dann nach, wann unser Bus wieder losfährt. Wir hatten Glück und er sollte erst in einer dreiviertel Stunde wieder zurück nach Bergen fahren. Maurice eilte zum Busbahnhof und fand dort auch wirklich unseren Bus und der Busfahrer hatte auch schon die Gitalele gefunden und bereit gelegt. Also alles gut :).
Etwas später als gedacht nahmen wir einen Bus zur Autobahn und nach nicht allzu langem Warten hielt ein Käfer. Allerdings hätte er uns bis zu seinem Arzttermin mitgenommen und dann hätten wir zwei Stunden warten müssen bis es weiter geht. Also blieben wir lieber dort und es hielt auch bald ein LKW. So cool, da mal mit zu fahren. Man hat echt viel Platz und fühlt sich wie der König der Straße. Leider gab es ein paar Verständigungsschwierigkeiten, weswegen Mustafa uns ein bisschen zu weit mitnahm. War dann aber nicht schlimm, da wir schnell ein Paar fanden, die nach Schweden zum Großeinkauf fuhren. Leider basierte das Gespräch nur auf Fussball und sie waren weniger an uns interessiert. In Charlottenburg kurz nach der Grenze zu Schweden nahm uns dann ein netter älterer Herr mit, der uns die ganze Fahrt Kinderbilder von sich zeigte. Von Avika war es wieder ein Familienvater, der uns mit nach Karlstad nahm. Nein, nicht Karlstadt in Main Spessart, sondern Karlstad. ;)
Hier mussten wir wirklich lange laufen, um einen geeigneten Platz zum Schlafen zu finden. Am Ende bauten wir unser Zelt aber direkt an einem See unter einem Vogel Beobachtungsturm auf. Bis auf die Mülltonne vor der Tür war es wirklich schön :).









Am nächsten Morgen gings kurz einkaufen und dann wieder back on the road. Ein syrisches Ehepaar schenkte uns sowohl Kaugummis, Pistazien und Cappuccino und nahmen uns bis Västerås mit. Wie wir trotz dem gewagten Fahrstil lebend ankamen, bleibt ein Rätsel. 






Von dort ging es ein Stück weiter mit einem Steward und dann nahm uns Nils mit nach Uppsala. Wir verstanden uns sofort super und nach kurzer Zeit bot er uns an, bei ihm zu duschen. Das nahmen wir natürlich dankend an. Aus dem Duschen wurde dann ein gemeinsamer Stadtrundgang, Bier und Abendessen mit ihm und seiner Freundin Karin. Und dann durften wir sogar noch bei Ihnen auf der Couch schlafen und schauten bis spät in die Nacht Serien. So viel Nettigkeit überforderte uns beide. Haben sogar noch Frühstück bekommen :). Die beiden mussten allerdings am nächsten Tag arbeiten und überließen uns einfach Ihre Wohnung samt Schlüssel. 
Wir verstauten unsere Rucksäcke dort und schauten uns Uppsala an. Wirklich ein schönes Städtchen und so nette Menschen überall.










 Rucksäcke aufgesattelt liefen wir zur Autobahn. Allerdings stellte es sich als eine sehr weite Strecke heraus. 6km bei Hitze und mit schwerem Gepäck ist wirklich kein Spass. Wir mussten erstmal Essenspause machen und etwas abkühlen. Nach Stockholm kamen wir dann mit einem Künstlerpaar. Ein argentinischer Fotograph und eine schwedische Geigerin. Das Auto war allerdings so laut, dass ein Gespräch kaum möglich war. In Stockholm mussten wir dann auch nochmal einen ordentlichen Fußmarsch zurücklegen und haben uns jetzt ein Hostel gesucht, da es doch schon sehr spät war und wir lieber morgen Stockholm anschauen wollen. 

Jetzt geht es für uns ins Bett und wir versuchen vlt. genauso gut zu schlafen wie letzte Nacht auf der Couch von Nils und Karin.  

Morgen Abend soll es dann auch noch Richtung Finnland weitergehen. Wir melden uns also wieder aus dem 4. Land auf unserer Reise.




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