Samstag, 23. Juli 2016

Die letzte Station im Osten

Nach einer recht angenehmen Fahrt, bei der ab dem ersten Zwischenhalt der komplette untere Bus nur für uns allein war, kamen wir in Riga an und waren sehr erstaunt, dass es an der Grenze zwischen Estland und Lettland keinerlei Kontrolle gegeben hat und der Bus in dieser Region nicht mal langsamer gefahren ist. Nur 3 Minuten vom Busbahnhof lag unser Hostel am Eingang zur Altstadt.

Eine freundliche Rezeptionistin empfing uns kurz nach Mitternacht und gegen den günstigen Preis von 10 Euro pro Person, erhielten wir zwei gemütliche Betten im geräumigen 10-Bett-Zimmer mit Bettwäsche und Handtüchern. Die sehr angenehme Atmosphäre neben der oft üblichen benutzbaren Küche ließ uns das Hostel schnell zu unserem Lieblingshostel auf der Reise werden.
Wir kochten uns noch Spaghetti mit einer sehr klebrigen Tomatensauce und gönnten uns ein recht leckeres lettisches Bier. Danach schliefen wir tief, fest und gut. Um noch Riga kennenzulernen bevor wir den Bus nach Berlin am Abend nehmen sollten, brachen wir nach einer Dusche zu den Markthallen auf.



Auch um die Hallen tummelte sich ein großer Markt, der uns vor allen Dingen mit dem vielen frischen und preiswerten Obst und Gemüse faszinierte. Wir kauften uns jeweils eine Schale frische Himbeeren und Heidelbeeren und aßen diese erstmal als wunderbares Frühstück auf. Dann fanden wir in den Hallen noch weitere Verkaufsstände für frische saugünstige Backwaren, Wurst, Käse und vieles mehr. Wir kauften Gurken, Tomaten, Paprika, Salat, lettische Salami und Braten, zweierlei lettischen Käse und Eier für unsere Proviantbrötchen für die Heimatfahrt. Lediglich die Brötchen mussten wir in einem Supermarkt in der Stadt kaufen, weil die Letten vermutlich eher Brot essen, welches es zur genüge auf dem Markt gab. Hingerissen von den Preisen und dem Duft, verlängerten wir unsere Frühstück noch um zwei Heidelbeerplunder, zwei Zimtschnecken, einem Kokosteilchen, einer Apfeltasche und zwei Cappuccini und bereicherten unser Proviantpaket um zwei kleine Pizzen und weitere süße Teilchen. Erstaunlich war für uns, dass immer wieder Leute gar kein Englisch sprachen oder gar verstanden und so der Einkauf zu einem lustigen, aber freundlichen Erlebnis wurde.



Da wir vollgeladen waren mit Einkäufen, brachten wir diese gleich ins Hostel und machten die Brötchen zurecht, bevor wir zur Besuch der Altstadt weiterzogen.
Wie bereits in Tallinn ist der überwiegend sehenswerte Teil der Stadt die Altstadt und daher nicht besonders groß.
So schafften wir in weniger als 3 Stunden gemütlich durch die Straßen zu laufen, die St. Peterskirche, das Rathaus, den Dom und die Burg Rigas, sehr viele (!) weitere Kirchen und schöne Gebäude, Parks und Straßen anzuschauen, etwas am Fluss Daugava zu sitzen, Bogenschützen zuzusehen und auf dem Rückweg zum Hostel noch die Oper von Riga zu betrachten.
















Im Hostel nutzten wir noch kurz die sanitären Anlagen, um möglichst frisch in unsere neunzehn stündige Busfahrt nach Berlin zu starten und packten unsere Rucksäcke entsprechend. Am nahe gelegenen Busbahnhof fanden wir gleich unseren Bus und wurden professionell eingecheckt und unser großes Gepäck als hinterstes im Gepäckfach verstaut. Wir fanden unsere Plätze im oberen Teil ganz hinten: geräumig, einigermaßen bequem und jeder mit einem Touchscreen und einer großen Auswahl an sehenswerten Filmen ausgestattet. Außerdem gab es mit dem Boardservice preiswerte Snacks, falls unser mitgebrachter Proviant doch nicht reichen sollte. Lediglich das Alkoholverbot an Bord brachte uns etwas Ernüchterung, weil wir uns sehr auf das gekaufte lettische Bier gefreut hatten. 
So fahren wir nun seit etwa einer Stunde gut gelaunt und gut ausgestattet quer durch Osteuropa unter anderen mit den Zwischenhalten Vilnius und Warschau in Richtung Deutschland.

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