Mittwoch, 6. Juli 2016

Engel gesucht und gefunden

Nach knapp 3 Stunden Fußmarsch durch Göteborg kamen wir endlich an einem offiziellen Campingplatz an. Wir waren so müde und neben einer herrlich warmen Dusche und einem Abendessen bestehend aus Ravioli aus der Dose und endlich einer Gelegenheit Wäsche zu waschen, schafften wir nicht mehr viel an dem Abend.

Am nächsten Tag erkundeten wir dann die Stadt und es schien endlich mal die Sonne. So hatten unsere Klamotten auch noch eine Chance zu trocknen.
Göteborg selber ist eine wunderschöne Stadt. An jeder Ecke entdeckten wir Museen, Theater und Kunstgalerien. Wieder einmal gestärkt mit Cappuccino und Zimtschnecke von Pressbyrån, machten wir es uns an einer alten Schleuse in der Innenstadt gemütlich. Zur Zeit sind gleich zwei grosse Events in Göteborg: Zum einen ein grosses Handballturnier von Junioren-Mannschaften aus der ganzen Welt und zum anderen ein Jugend-Musik-Festival, bei dem Nachwuchstalente in der ganzen Stadt verteilt ihr Können zeigen können. Am Ende des Tages auf dem Rückweg  vom Hafen entdeckten wir dann noch einen Süßigkeitenladen, an dem man nicht einfach so vorbei gehen kann. Da wir eigtl ein Tagesbudget haben, an das wir uns halten, machten wir den Deal, dass jeder nur 100g in seine Tüte packen durfte.  Das hat auch fast geklappt.










Zurück auf dem Campingplatz kochten wir dank vorhandenem Herd etwas aufwendigere Sachen und lernten dabei ein Ehepaar aus Greifswald kennen. Heinke und Norbert schwärmten uns von Norwegen vor, so dass wir uns jetzt noch mehr auf unsere Zeit dort freuen. Es soll noch viel, viel schöner als Schweden sein. Im Laufe des Gesprächs kamen wir auch noch auf unser schweres Gepäck zu sprechen und, dass es so fast unmöglich ist weite Strecken in den Fjorden zu laufen. Und plötzlich boten uns die zwei an für uns Gepäck mit nach Deutschland zu nehmen und es per Post nach Hause zu schicken. Dieses super Angebot nahmen wir mit Begeisterung an. Das würde bedeuten, dass wir endlich unbeschwerter vorankämen. Also sortierten wir unser Gepäck und es kamen zwei Säcke zusammen, die wir nach Hause schicken konnten.
Es ist schön, dass es noch Menschen wie die beiden gibt. Falls ihr den Brief, den wir euch unter die Scheibe geklemmt haben erhalten habt, solltet ihr das hier auch lesen. Vielen Dank für alles! :) 

Noch schnell die Haare von Maurice nur mit einer kurzen stumpfen Verbandsschere aus unserem Erste-Hilfe-Set und einer Bürste von Kathi meisterhaft geschnitten, sollte es dann mit wesentlich leichterem Gepäck und Haupthaar von Göteborg weiter an den Vänernsee gehen. Richtung Autobahn nahmen uns zwei Jungs aus der Nähe von Ulm mit. Wir merkten dann aber schnell, dass wir in der Stadt keine Chance haben, dass uns jemand mitnimmt. Also liefen wir weiter raus aus der Stadt, wo uns nach nur kurzem Schild hinhalten Jorgen mitnahm. Er empfahl uns eine Stelle nicht direkt am See, sondern am Fluss der vom See weggeht in Trollhättan. Er fuhr uns sogar hin und es stellte sich als wirklich wunderschön heraus inmitten alter und neuer Schleusenanlagen und mit erstem Blick nach dem Aufstehen aufs Wasser.










Er bot uns an, uns am nächsten Tag um 9 wieder abzuholen und zur Straße, die Richtung Uddevalla führt, zu fahren. Wir stellten also den Wecker auf 8 und um 8:15 stand plötzlich Jorgen vor uns. "Oh did I say 9 a clock?" Wir packten also in Rekordzeit unsere Sachen zusammen und Jorgen brachte uns zur besagten Straße. Dort hielt wieder nach vlt. 5 min eine junge Mutter namens Anna. Das Auto voller Kindersitze und Astrid Lindgren Filmen, machte sie noch Platz für uns und nahm uns bis nördlich von Uddevalla mit. Sie erzählte uns von ihren eher schlechten Tramper-Erfahrungen, da sie und ihr Freund einmal von zwei Trampern bedroht wurden. Eigentlich wollte sie nie wieder jemanden mitnehmen, aber hielt doch für uns. Zwischendurch hielten wir um ihrer Mutter ein Makeup zu kaufen (:D) und nachdem Kathi eher aus Spaß fragte, ob hier zwecks billigem Studentenangebot ein Pressbyrån sei, kam Anna mit zwei Kaffee und Zimtschnecken wieder, die sie uns sogar schenkte. Super Frühstück!
Sie ließ uns dann an der Autobahn Richtung Oslo raus und nach wieder kurzweiligen Warten, hielt schon das nächste Auto, in dem wir gerade sitzen während Kathi den Eintrag schreibt. Die Grenze hätten wir schonmal ohne Kontrollen überquert und jetzt geht's auf direkten Weg nach Oslo. Online kommt der Eintrag dann eh erst dort, falls wir irgendwo Internet haben. 

Bis dahin Tschö mit ö. :)

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